ÿþ<html xmlns:o="urn:schemas-microsoft-com:office:office" xmlns:w="urn:schemas-microsoft-com:office:word" xmlns="http://www.w3.org/TR/REC-html40"> <head> <meta http-equiv=Content-Type content="text/html; charset=unicode"> <meta name=ProgId content=Word.Document> <meta name=Generator content="Microsoft Word 9"> <meta name=Originator content="Microsoft Word 9"> <link rel=File-List href="./Trotskyjews_files/filelist.xml"> <title>Leo Trotzki über das &quot;jüdische Problem&quot; </title> <!--[if gte mso 9]><xml> <o:DocumentProperties> <o:Author>Nikolaus Brauns</o:Author> <o:LastAuthor>CCE</o:LastAuthor> <o:Revision>2</o:Revision> <o:TotalTime>0</o:TotalTime> <o:Created>2001-04-24T09:34:00Z</o:Created> <o:LastSaved>2001-04-24T09:34:00Z</o:LastSaved> <o:Pages>2</o:Pages> <o:Words>667</o:Words> <o:Characters>3805</o:Characters> <o:Lines>31</o:Lines> <o:Paragraphs>7</o:Paragraphs> <o:CharactersWithSpaces>4672</o:CharactersWithSpaces> <o:Version>9.3821</o:Version> </o:DocumentProperties> </xml><![endif]--><!--[if gte mso 9]><xml> <w:WordDocument> <w:View>Print</w:View> <w:HyphenationZone>21</w:HyphenationZone> <w:DisplayHorizontalDrawingGridEvery>0</w:DisplayHorizontalDrawingGridEvery> <w:DisplayVerticalDrawingGridEvery>0</w:DisplayVerticalDrawingGridEvery> <w:UseMarginsForDrawingGridOrigin/> <w:Compatibility> <w:FootnoteLayoutLikeWW8/> <w:ShapeLayoutLikeWW8/> <w:AlignTablesRowByRow/> <w:ForgetLastTabAlignment/> <w:LayoutRawTableWidth/> <w:LayoutTableRowsApart/> </w:Compatibility> <w:DoNotOptimizeForBrowser/> </w:WordDocument> </xml><![endif]--> <style> <!-- /* Style Definitions */ p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal {mso-style-parent:""; margin:0cm; margin-bottom:.0001pt; mso-pagination:widow-orphan; font-size:10.0pt; font-family:"Times New Roman"; mso-fareast-font-family:"Times New Roman"; mso-ansi-language:DE; mso-fareast-language:DE;} @page Section1 {size:595.3pt 841.9pt; margin:70.85pt 70.85pt 2.0cm 70.85pt; mso-header-margin:36.0pt; mso-footer-margin:36.0pt; mso-paper-source:0;} div.Section1 {page:Section1;} --> </style> </head> <body lang=EN-GB style='tab-interval:35.4pt'> <div class=Section1> <p class=MsoNormal style='text-align:justify'><b><span lang=DE style='font-size:14.0pt;mso-bidi-font-size:10.0pt'>Leo Trotzki über das &quot;jüdische Problem&quot;<o:p></o:p></span></b></p> <p class=MsoNormal style='text-align:justify'><span lang=DE style='font-size: 12.0pt;mso-bidi-font-size:10.0pt'><![if !supportEmptyParas]>&nbsp;<![endif]><o:p></o:p></span></p> <p class=MsoNormal style='text-align:justify'><i><span lang=DE style='font-size:12.0pt;mso-bidi-font-size:10.0pt'>Das folgende Interview mit Leo Trotzki druckte die US-amerikanische Zeitung Class Struggle im Februar 1934 ab. Trotzki befand sich zu diesem Zeitpunkt im Exil in Frankreich.<o:p></o:p></span></i></p> <p class=MsoNormal style='text-align:justify'><span lang=DE style='font-size: 12.0pt;mso-bidi-font-size:10.0pt'><![if !supportEmptyParas]>&nbsp;<![endif]><o:p></o:p></span></p> <p class=MsoNormal style='text-align:justify'><span lang=DE style='font-size: 12.0pt;mso-bidi-font-size:10.0pt'>Frage: Soll die Linke Opposition spezielle Forderungen entwickeln, um die jüdische Arbeiterklasse in Amerika zu gewinnen?<o:p></o:p></span></p> <p class=MsoNormal style='text-align:justify'><span lang=DE style='font-size: 12.0pt;mso-bidi-font-size:10.0pt'><![if !supportEmptyParas]>&nbsp;<![endif]><o:p></o:p></span></p> <p class=MsoNormal style='text-align:justify'><span lang=DE style='font-size: 12.0pt;mso-bidi-font-size:10.0pt'>L.T.: Die Rolle jüdischen Arbeiter ausländischer Herkunft wird in der amerikanischen proletarischen Revolution eine sehr große und gewisser Hinsicht sogar entscheidende sein. Es kann keine Frage sein, dass die Linke Opposition alles ihr mögliche unternehmen muss, um in das Leben der jüdischen Arbeiter einzudringen. <o:p></o:p></span></p> <p class=MsoNormal style='text-align:justify'><span lang=DE style='font-size: 12.0pt;mso-bidi-font-size:10.0pt'><![if !supportEmptyParas]>&nbsp;<![endif]><o:p></o:p></span></p> <p class=MsoNormal style='text-align:justify'><span lang=DE style='font-size: 12.0pt;mso-bidi-font-size:10.0pt'>Frage: Wie ist Ihre Haltung gegenüber der jüdischen Sprache. Warum nennen Sie diese in Ihrer Autobiographie einen &quot;Jargon&quot;?<o:p></o:p></span></p> <p class=MsoNormal style='text-align:justify'><span lang=DE style='font-size: 12.0pt;mso-bidi-font-size:10.0pt'><![if !supportEmptyParas]>&nbsp;<![endif]><o:p></o:p></span></p> <p class=MsoNormal style='text-align:justify'><span lang=DE style='font-size: 12.0pt;mso-bidi-font-size:10.0pt'>L.T.: Meine Haltung zur jüdischen Sprache ist ähnlich, wie gegenüber allen Sprachen. Wenn ich in meiner Autobiographie tatsächlich den Ausdruck &quot;Jargon&quot; benutzt habe, dann, weil in meinen Jugendjahren in Odessa die jüdische Sprache nicht, wie heute Jiddisch genannt wurde, sondern &quot;Jargon&quot;. Dies war die Bezeichnung durch die Juden selber, die darin kein Zeichen der Herablassung sahen. Das Wort &quot;Jiddisch&quot; ist seit 15 bis 20 Jahren im allgemeinen Sprachgebrauch. Ich kann dies sogar in Frankreich beobachten.<o:p></o:p></span></p> <p class=MsoNormal style='text-align:justify'><span lang=DE style='font-size: 12.0pt;mso-bidi-font-size:10.0pt'><![if !supportEmptyParas]>&nbsp;<![endif]><o:p></o:p></span></p> <p class=MsoNormal style='text-align:justify'><span lang=DE style='font-size: 12.0pt;mso-bidi-font-size:10.0pt'>Frage: In jüdischen Kreisen gelten Sie als ein &quot;Assimilierer&quot;. Was ist Ihre Haltung gegenüber der Assimilierung?<o:p></o:p></span></p> <p class=MsoNormal style='text-align:justify'><span lang=DE style='font-size: 12.0pt;mso-bidi-font-size:10.0pt'><![if !supportEmptyParas]>&nbsp;<![endif]><o:p></o:p></span></p> <p class=MsoNormal style='text-align:justify'><span lang=DE style='font-size: 12.0pt;mso-bidi-font-size:10.0pt'>L.T.: Ich verstehe nicht, warum ich für einen &quot;Assimilierer&quot; gehalten werde. Ich weiß generell nicht, was für eine Bedeutung dieses Wort hat. Ich bin verständlicherweise ein Gegner des Zionismus und aller dieser Formen der Selbstisolation von Seiten der jüdischen Arbeiter. Ich fordere die jüdischen Arbeiter in Frankreich dazu auf, sich besser mit den Problemen des französischen Lebens und der französischen Arbeiterklasse bekannt zu machen. Ohne dies ist es schwierig, sich an der Arbeiterbewegung des Landes zu beteiligen, in dem sie ausgebeutet werden. Da das jüdische Proletariat auf verschiedene Länder verstreut ist, ist es notwendig für die jüdischen Arbeiter, sich zu bemühen, neben ihrer eigenen Sprache die Sprache anderer Länder als eine Waffe im Klassenkampf zu kennen. Was hat das mit &quot;Assimilation&quot; zu tun?<o:p></o:p></span></p> <p class=MsoNormal style='text-align:justify'><span lang=DE style='font-size: 12.0pt;mso-bidi-font-size:10.0pt'><![if !supportEmptyParas]>&nbsp;<![endif]><o:p></o:p></span></p> <p class=MsoNormal style='text-align:justify'><span lang=DE style='font-size: 12.0pt;mso-bidi-font-size:10.0pt'>Frage: Die offizielle Kommunistische Partei hat - ohne Frage - die jüdisch-arabischen Ereignisse in Palästina 1929 als einen revolutionären Aufstand der unterdrückten arabischen Massen charakterisiert. Was ist Ihre Meinung zu dieser Politik?<o:p></o:p></span></p> <p class=MsoNormal style='text-align:justify'><span lang=DE style='font-size: 12.0pt;mso-bidi-font-size:10.0pt'><![if !supportEmptyParas]>&nbsp;<![endif]><o:p></o:p></span></p> <p class=MsoNormal style='text-align:justify'><span lang=DE style='font-size: 12.0pt;mso-bidi-font-size:10.0pt'>L.T.: Leider kenne ich die Tatsachen nicht ausreichend genug, um mir eine eindeutige Meinung zu erlauben. Ich beschäftige mich nun mit dieser Frage. Dann wird es einfacher zu erkennen sein, in welchem Verhältnis es dort solche Elemente wie nationale Befreiungskämpfer (Antiimperialisten) und reaktionäre Moslems und antisemitische Pogromisten gab. Oberflächlich gesehen, scheint es mir, dass alle diese Elemente vorhanden waren.<o:p></o:p></span></p> <p class=MsoNormal style='text-align:justify'><span lang=DE style='font-size: 12.0pt;mso-bidi-font-size:10.0pt'><![if !supportEmptyParas]>&nbsp;<![endif]><o:p></o:p></span></p> <p class=MsoNormal style='text-align:justify'><span lang=DE style='font-size: 12.0pt;mso-bidi-font-size:10.0pt'>Frage: Was ist Ihre Position zu Palästina als einem möglichen jüdischen &quot;Heimatland&quot; und generell zu einem eigenen Land für die Juden? Denken Sie nicht, dass der Antisemitismus der deutschen Faschisten von Seiten der Kommunisten eine andere Herangehensweise an die jüdische Frage erzwingt?<o:p></o:p></span></p> <p class=MsoNormal style='text-align:justify'><span lang=DE style='font-size: 12.0pt;mso-bidi-font-size:10.0pt'><![if !supportEmptyParas]>&nbsp;<![endif]><o:p></o:p></span></p> <p class=MsoNormal style='text-align:justify'><span lang=DE style='font-size: 12.0pt;mso-bidi-font-size:10.0pt'>L.T.: Sowohl der faschistische Staat in Deutschlands, als auch der arabisch-jüdische Kampf bringen neue und sehr deutliche Bestätigungen für den Grundsatz, dass die jüdische Frage im Rahmen des Kapitalismus nicht gelöst werden kann. Ich weiß nicht, ob das Judentum wieder als eine Nation aufgebaut wird. Wie auch immer, es besteht kein Zweifel, dass die materiellen Bedingungen für die Existenz des Judentums als unabhängige Nation nur durch die proletarische Revolution geschaffen werden können. Es gibt auf unseren Planeten nicht so etwas, wie die Idee, dass einer mehr Anrecht auf Land hat, als ein anderer.<o:p></o:p></span></p> <p class=MsoNormal style='text-align:justify'><span lang=DE style='font-size: 12.0pt;mso-bidi-font-size:10.0pt'>Die Errichtung einer territorialen Basis für die Juden in Palästina oder irgendeinem anderen Land ist nur durch die Migration großer Menschenmassen denkbar. Nur ein siegreicher Sozialismus kann sich selbst solche Ziele stellen. Es ist absehbar, dass dies entweder auf der Basis gegenseitigen Einverständnisses geschieht, oder mit Hilfe einer Art internationalen proletarischen Tribunals, das diese Frage aufwerfen und lösen soll.<o:p></o:p></span></p> <p class=MsoNormal style='text-align:justify'><span lang=DE style='font-size: 12.0pt;mso-bidi-font-size:10.0pt'>Die Sackgasse, in der sich die deutschen Juden sich befinden, ebenso, wie die Sackgasse, in der der Zionismus sich befindet ist unlösbar verbunden mit der Sackgasse des weltweiten Kapitalismus als ganzem. Nur, wenn die jüdischen Arbeiter diesen Zusammenhang klar erkennen, werden sie gegenüber Pessimismus und Hoffnungslosigkeit gewappnet sein. <o:p></o:p></span></p> <p class=MsoNormal style='text-align:justify'><span lang=DE style='font-size: 12.0pt;mso-bidi-font-size:10.0pt'><![if !supportEmptyParas]>&nbsp;<![endif]><o:p></o:p></span></p> <p class=MsoNormal style='text-align:justify'><span lang=DE style='font-size: 12.0pt;mso-bidi-font-size:10.0pt'>(Übersetzung: Nikolaus Brauns)<o:p></o:p></span></p> </div> </body> </html>