W.I. Lenin
Aus:
Sozialismus und Krieg
Die
Broschüre "Sozialismus und Krieg" wurde von Lenin im Sommer 1915 unmittelbar vor der
Zimmerwalder Konferenz geschrieben. Nach der Konferenz erschien sie in
mehreren Sprachen. Lenin schreibt dazu in einem 1918 verfassten Vorwort
zur zweiten Ausgabe: "Die deutsche Ausgabe der Broschüre wurde illegal
nach Deutschland gebracht - nach Berlin, Leipzig, Bremen und anderen Städten -,
wo sie von Anhängern der Zimmerwalder Linken und der Gruppe Karl Liebknechts
illegal verbreitet wurde. Die französische Ausgabe wurde illegal in Paris
gedruckt und dort von .französischen Zimmerwaldern verbreitet. Die russische
Ausgabe kam in sehr beschränkter Anzahl nach Russland und wurde in Moskau
handschriftlich vervielfältigt. Wir veröffentlichen hier Ausschnitte aus dem
ersten Kapitel: "Die Grundsätze des Sozialismus und der Krieg von
1914/1915".
Die
Sozialisten haben die Kriege unter den Völkern stets als eine barbarische und
bestialische Sache verurteilt. Aber unsere Stellung zum Krieg ist eine
grundsätzlich andere als die der bürgerlichen Pazifisten (der Friedensfreunde
und Friedensprediger) und der Anarchisten. Von den ersteren unterscheiden wir
uns durch unsere Einsicht in den unabänderlichen Zusammenhang der Kriege mit
dem Kampf der Klassen im Innern eines Landes, durch die Erkenntnis der
Unmöglichkeit, die Kriege abzuschaffen, ohne die Klassen abzuschaffen und den
Sozialismus aufzubauen, ferner auch dadurch, dass wir die Berechtigung, Fortschrittlichkeit
und Notwendigkeit von Bürgerkriegen voll und ganz anerkennen, d.h. von Kriegen
der unterdrückten Klasse gegen die unterdrückende Klasse, der Sklaven gegen die
Sklavenhalter, der leibeigenen Bauern gegen die Gutsbesitzer, der Lohnarbeiter
gegen die Bourgeoisie. Von den Pazifisten wie von den Anarchisten
unterscheiden wir Marxisten uns weiter dadurch, dass wir es für notwendig
halten, einen jeden Krieg in seiner Besonderheit historisch (vom Standpunkt
des Marxschen dialektischen Materialismus) zu analysieren. Es hat in der
Geschichte manche Kriege gegeben, die trotz aller Gräuel, Bestialitäten, Leiden
und Qualen, die mit jedem Krieg unvermeidlich verknüpft sind, fortschrittlich
waren, d.h. der Entwicklung der Menschheit Nutzen brachten, da sie halfen,
besonders schädliche und reaktionäre Einrichtungen (z.B. den Absolutismus
oder die Leibeigenschaft) und die barbarischsten Despotien Europas (die
türkische und die russische) zu untergraben. Wir müssen daher die historischen
Besonderheiten eben des jetzigen Krieges untersuchen.
Die
Große Französische Revolution eröffnete eine neue Epoche in der Geschichte der
Menschheit. Von dieser Zeit bis zur Pariser Kommune, von 1789 bis 1871,
stellten die bürgerlich-fortschrittlichen nationalen Befreiungskriege einen
besonderen Typus von Kriegen dar. Mit anderen Worten : Der Hauptinhalt und die
historische Bedeutung dieser Kriege waren die Beseitigung des Absolutismus und
des Feudalismus, ihre Untergrabung, die Abwerfung eines national fremden
Jochs. Sie waren daher fortschrittliche Kriege, und alle aufrechten,
revolutionären Demokraten, ebenso wie alle Sozialisten, wünschten bei solchen
Kriegen stets den Sieg desjenigen Landes (d.h. derjenigen Bourgeoisie), das
zur Beseitigung oder Untergrabung der gefährlichsten Stützpfeiler des Feudalismus, des Absolutismus und der
Unterdrückung fremder
Völker beitrug. Die Revolutionskriege
Frankreichs z.B. enthielten ein Element der Ausplünderung und der Eroberung
fremder Territorien durch die Franzosen, aber das ändert durchaus nichts an
der grundlegenden historischen Bedeutung dieser Kriege, die den Feudalismus und
Absolutismus in dem ganzen alten in die Fesseln der Leibeigenschaft
geschlagenen Europa zerstörten oder doch erschütterten. Im
Deutsch-Französischen Krieg wurde Frankreich durch Deutschland beraubt, aber
das ändert nichts an der grundlegenden historischen Bedeutung dieses Krieges,
der Millionen und aber Millionen Deutsche von feudaler Zersplitterung und von
der Unterdrückung durch zwei Despoten, des russischen Zaren und Napoleon III.,
befreite.
Die
Epoche von 1789 bis 1871 hinterließ tiefe Spuren und revolutionäre
Erinnerungen. Vor dem Sturz des Feudalismus, des Absolutismus und der
Fremdherrschaft konnte von einer Entwicklung des proletarischen Kampfes um den
Sozialismus nicht die Rede sein. Sprachen die Sozialisten im Hinblick auf die
Kriege einer solchen Epoche von der Berechtigung des "Verteidigungs"krieges,
so hatten sie stets gerade diese Ziele, das heißt die Revolution gegen
Mittelalter und Leibeigenschaft im Auge. Die Sozialisten verstanden unter einem
"Verteidigungs"krieg stets einen in diesem Sinne "gerechten"
Krieg (wie sich Wilhelm Liebknecht einmal ausdrückte). Nur in diesem Sinne
erkannten und erkennen jetzt noch die Sozialisten die Berechtigung, den fortschrittlichen
und gerechten Charakter der " Vaterlandsverteidigung" oder des
"Verteidigungs"krieges an. Wenn zum Beispiel morgen Marokko an
Frankreich, Indien an England, Persien oder China an Russland usw, den Krieg
erklärten, so wären das "gerechte" Kriege,
"Verteidigungs"kriege unabhängig davon, wer als erster
angegriffen hat, und jeder Sozialist würde mit dem Sieg der unterdrückten,
abhängigen, nicht gleichberechtigten Staaten über die Unterdrücker, die
Sklavenhalter, die Räuber - über die "Groß"mächte -sympathisieren.
Aber stellen wir uns einmal vor, ein
Sklavenhalter, Besitzer von 100 Sklaven, läge im Krieg mit einem anderen
Sklavenhalter, Besitzer von 200 Sklaven, um die "gerechtere" Neuaufteilung
der Sklaven. Es ist klar, dass die Anwendung der Begriffe
"Verteidigungs"krieg oder "Vaterlandsverteidigung" auf
einen solchen Fall historisch verlogen und praktisch ein glatter Betrug wäre,
begangen von gerissenen Sklavenhaltern am einfachen Volk, an den Kleinbürgern,
an der unaufgeklärten Masse. Ganz genauso werden im gegenwärtigen Krieg, den
die Sklavenhalter führen, um die Sklaverei aufrechtzuerhalten und zu
verstärken, die Völker von der heutigen imperialistischen Bourgeoisie mittels
der "nationalen" Ideologie und des Begriffs der
Vaterlandsverteidigung betrogen.
Fast
alle erkennen an, dass der heutige Krieg ein imperialistischer Krieg ist, aber
zumeist verfälscht man diesen Begriff oder wendet ihn jeweils nur auf eine
Seite an oder unterstellt schließlich trotzdem die Möglichkeit, dass dieser
Krieg die Bedeutung eines bürgerlich-fortschrittlichen, eines nationalen
Befreiungskrieges haben könne. Der Imperialismus stellt die erst im 20.
Jahrhundert erreichte höchste Entwicklungsstufe des Kapitalismus dar. Dem
Kapitalismus ist es zu eng geworden in den alten Nationalstaaten, ohne deren
Bildung er den Feudalismus nicht stürzen konnte. Der Kapitalismus hat die
Konzentration bis zu einem solchen Grade entwickelt, dass ganze Industriezweige
von Syndikaten, Trusts, Verbänden kapitalistischer Milliardäre in Besitz
genommen sind und dass nahezu der ganze Erdball unter diese "Kapitalgewaltigen"
aufgeteilt ist, sei es in der Form der Kolonien, sei es durch die Umstrickung fremder Länder mit den
tausendfachen Fäden finanzieller Ausbeutung. Der Freihandel und die freie
Konkurrenz sind ersetzt durch das Streben nach Monopolen, nach Eroberung von
Gebieten für Kapitalanlagen, als Rohstoffquellen usw. Aus einem Befreier der
Nationen, der er in der Zeit des Ringens mit dem Feudalismus war, ist der Kapitalismus in der imperialistischen
Epoche zum größten Unterdrücker der Nationen geworden. Früher fortschrittlich,
ist der Kapitalismus jetzt reaktionär geworden, er hat die Produktivkräfte so
weit entwickelt, dass der Menschheit entweder der Übergang zum Sozialismus oder
aber ein jahre-, ja sogar jahrzehntelanger bewaffneter Kampf der "Groß"mächte
um die künstliche Aufrechterhaltung des Kapitalismus mittels der Kolonien,
Monopole, Privilegien und jeder Art von nationaler Unterdrückung bevorsteht.
(...)
(nämlich: gewaltsamen) "Mitteln"
Dieser
berühmte Ausspruch stammt von Clausewitz, einem der geistvollsten
Militärschriftsteller. Die Marxisten haben diesen Satz mit Recht stets als
theoretische Grundlage ihrer Auffassungen von der Bedeutung jeden konkreten
Krieges betrachtet. Marx und Engels haben die verschiedenen Kriege stets von
diesem und keinem anderen Standpunkt aus beurteilt.
Man
wende diese Auffassung nun auf den gegenwärtigen Krieg an. Man wird sehen, dass
die Regierungen und die herrschenden Klassen Englands wie Frankreichs,
Deutschlands wie Italiens, Osterreichs wie Russlands jahrzehntelang, nahezu ein
halbes Jahrhundert lang, eine Politik des Kolonialraubs, der Unterjochung
fremder Nationen, der Unterdrückung der Arbeiterbewegung getrieben haben.
Genau diese Politik, und nur diese, wird im gegenwärtigen Krieg fortgesetzt.
Insbesondere hat sowohl in Österreich als auch in Russland die Politik der
Friedens wie der Kriegszeit die Versklavung der Nationen, nicht ihre
Befreiung zum Inhalt. Umgekehrt sehen wir in China, Persien, Indien und in
anderen abhängen Ländern im Laufe der letzten Jahrzehnte eine Politik des
Erwachens von Dutzenden und Hunderten Millionen Menschen zum nationalen Leben,
ihrer Befreiung vom Joch der reaktionären "Groß"mächte. Auf solchem
historischen Boden kann der Krieg auch heute ein bürgerlich-fortschrittlicher,
ein nationaler Befreiungskrieg sein.
Man
braucht den gegenwärtigen Krieg nur von dem Standpunkt aus zu bettachten, dass
in diesem Krieg die Politik der "Groß"mächte und der maßgebenden
Klassen in ihnen fortgesetzt wird, um sofort den himmelschreiend
antihistorischen, verlogenen und heuchlerischen Charakter der Ansicht zu
erkennen, dass man in diesem Krieg die Idee der
"Vaterlandsverteidigung" rechtfertigen könne. (...)
Sozialchauvinismus
ist das Eintreten für die Idee der " Vaterlandsverteidigung" in
diesem Kriege. Aus dieser Idee ergibt sich weiter der Verzicht auf den
Klassenkampf während des Krieges, die Bewilligung der Kriegskredite usw. In
Wirklichkeit treiben die Sozialchauvinisten eine antiproletarische, eine
bürgerliche Politik, denn was sie verfechten, ist in Wirklichkeit nicht die
" Verteidigung des Vaterlandes" im Sinne des Kampfes gegen eine
Fremdherrschaft, sondern das "Recht" dieser oder jener
"Groß"mächte, Kolonien auszuplündern und fremde Völker zu
unterdrücken. Die Sozialchauvinisten machen den Volksbetrug der Bourgeoisie
mit, indem sie dieser nachsprechen, der Krieg werde geführt, um die Freiheit
und Existenz der Nationen zu verteidigen, und damit gehen sie auf die Seite der
Bourgeoisie über, wenden sie sich gegen das Proletariat. Zu den
Sozialchauvinisten gehören sowohl diejenigen, die die Regierungen und die
Bourgeoisie einer der kriegführenden Mächtegruppen rechtfertigen und
ihre Politik beschönigen, als auch diejenigen, die wie Kautsky den Sozialisten
aller kriegführenden Mächte gleichermaßen das Recht auf
"Vaterlandsverteidigung" zusprechen. Da der Sozialchauvinismus in
Wirklichkeit die Privilegien, Machtpositionen, Raubzüge und Gewalttaten der
"eigenen" (oder überhaupt einer jeden) imperialistischen Bourgeoisie
verteidigt, ist er gleichbedeutend mit völligem Verrat an allen sozialistischen
Grundsätzen und an dem Beschluss des Internationalen Sozialistenkongresses von
Basel.
Das
1912 in Basel einstimmig angenommene Manifest über den Krieg hatte genau den
Krieg zwischen England und Deutschland, samt ihren jetzigen Verbündeten, im
Auge, der 1914 dann auch ausbrach. Das Manifest erklärt unumwunden, dass kein
Volksinteresse einen solchen Krieg rechtfertigen kann, der zum Vorteile des
Profits der Kapitalisten, des Ehrgeizes der Dynastien" und fußend auf der
imperialistischen Raubpolitik der Großmächte geführt wird. Das Manifest
erklärt unumwunden, dass der Krieg "für die Regierungen" (alle ohne
Ausnahme) gefährlich ist, es vermerkt ihre Furcht "vor einer
proletarischen Revolution" und verweist mit aller Bestimmtheit auf das
Beispiel der Kommune von 1871 und der Ereignisse vom Oktober-Dezember 1905, d.h.
auf das Beispiel der Revolution und des Bürgerkriegs. Das Basler Manifest
fixiert somit gerade für den jetzigen Krieg die im internationalen Maßstab zu
befolgende Taktik des revolutionären Kampfes der Arbeiter gegen die eigenen
Regierungen, die Taktik der proletarischen Revolution. Das Basler Manifest
wiederholt die Worte der Stuttgarter Resolution, dass die Sozialisten
verpflichtet sind, im Falle des Kriegsausbruchs die durch den Krieg
herbeigeführte "wirtschaftliche und politische Krise" auszunutzen, um
"die Beseitigung der kapitalistischen Klassenherrschaft zu
beschleunigen", d.h. die durch den Krieg verursachte schwierige Lage der
Regierungen und die Empörurig der Massen für die sozialistische Revolution
auszunutzen.
Die Politik der Sozialchauvinisten, die den Krieg mit bürgerlich-"freiheitlichen" Argumenten rechtfertigen, die " Vaterlandsverteidigung" für zulässig halten, für die Kredite stimmen, in die Kabinette eintreten usw., usf., ist direkter Verrat am Sozialismus, ein Verrat, der sich, wie wir noch sehen werden, nur durch den Sieg des Opportunismus und der nationalliberalen Arbeiterpolitik innerhalb der Mehrheit der europäischen Parteien erklären lässt.
Die
russischen Sozialchauvinisten ( an ihrer Spitze Plechanow) berufen sich auf die
Taktik von Marx im Kriege von 1870, die deutschen Sozialchauvinisten (vom
Schlage der Lensch, David und Co.) berufen sich auf die Erklärungen von
Engels im Jahre 1891, in denen er von der Pflicht der deutschen Sozialisten
spricht, im Falle eines gleichzeitigen Krieges gegen Russland und Frankreich
das Vaterland zu verteidigen; die Sozialchauvinisten vom Kautskyschen Schlage
schließlich, die den internationalen Chauvinismus allseits versöhnen und
legitim machen möchten, berufen sich darauf, dass Marx und Engels, obwohl sie
die Kriege verurteilten, sich dennoch, von 1854/1855 bis 1870/1871 und
1876/1877, stets auf die Seite des einen oder des anderen kriegführenden
Staates stellten, sobald der Krieg einmal ausgebrochen war .
Alle
diese Berufungen sind eine empörende Fälschung der Auffassungen von Marx und
Engels zugunsten der Bourgeoisie und der Opportunisten, genauso wie in den
Schriften der Anarchisten Guillaume und Co. die Auffassungen von Marx und
Engels gefälscht werden, um den Anarchismus zu rechtfertigen. Der Krieg von
1870/1871 war von Seiten Deutschlands historisch fortschrittlich, solange
Napoleon III. nicht besiegt war, denn dieser hatte zusammen mit dem Zaren
lange Jahre hindurch Deutschland bedrückt, indem er dessen feudale
Zersplitterung unterstützte. Sobald dann der Krieg zu einer Beraubung
Frankreichs entartete (Annexion von Elsass-Lothringen), verurteilten Marx und
Engels die Deutschen ganz entschieden. Und auch zu Beginn dieses Krieges
billigten es Marx und Engels, dass Bebel und Liebknecht sich weigerten, für
die Kriegskredite zu stimmen, und rieten der Sozialdemokratie, sich nicht mit
der Bourgeoisie zu vereinigen, sondern die selbständigen Klasseninteressen des
Proletariats zu verfechten. Dieses Urteil über einen
bürgerlich-fortschrittlichen, nationalen Befreiungskrieg auf den jetzigen
imperialistischen Krieg übertragen, heißt die Wahrheit vergewaltigen. Dasselbe
gilt in noch viel höherem Grade von dem Krieg 1854/1855 und von allen anderen
Kriegen des 19. Jahrhunderts, denn damals gab es weder den modernen
Imperialismus noch zur Reife gediehene objektive Bedingungen für den
Sozialismus, noch auch sozialistische Massenparteien in allen kriegführenden
Ländern, d.h. es fehlten gerade die Voraussetzungen, aus denen das Basler
Manifest die Taktik der "proletarischen Revolution" im
Zusammenhang mit einem Krieg
zwischen den Großmächten ableitete.
Wer
sich jetzt auf Marx' Stellungnahme zu den Kriegen in der Epoche der fortschrittlichen
Bourgeoisie beruft und Marx' Worte "Die Arbeiter haben kein
Vaterland" vergisst - diese Worte, die sich gerade auf die Epoche
der reaktionären, überlebten Bourgeoisie beziehen, auf die Epoche der
sozialistischen Revolution -, der fälscht Marx schamlos und ersetzt die
sozialistische Auffassung durch die bürgerliche.
Sozialisten
aller Länder erklärten im Jahre 1912 zu Basel feierlich, dass sie den
kommenden europäischen Krieg als das "verbrecherische" und
erzreaktionäre Werk sämtlicher Regierungen ansehen, das den
Zusammenbruch des Kapitalismus beschleunigen müsse, da es unweigerlich die
Revolution gegen ihn auf den Plan rufe. Der Krieg kam, die Krise brach aus. An
Stelle der revolutionären Taktik schlug die Mehrheit der sozialdemokratischen
Parteien eine reaktionäre Taktik ein und stellte sich auf die Seite der
eigenen Regierungen und der eigenen Bourgeoisie. Dieser Verrat am Sozialismus
bedeutet den Zusammenbruch der II. Internationale ( 1889-1914 ), und wir
müssen uns darüber Rechenschaft ablegen, was diesen Zusammenbruch verursacht,
was den Sozialchauvinismus erzeugt, was ihm Stärke verliehen hat.
Während
der ganzen Epoche der II. Internationale spielte sich überall in den sozialdemokratischen
Parteien ein Kampf zwischen dem revolutionären und dem opportunistischen Flügel
ab. In einer Reihe von Ländern kam es darüber zur Spaltung (England, Italien,
Holland, Bulgarien). Kein einziger Marxist zweifelte daran, dass der
Opportunismus Ausdruck einer bürgerlichen Politik in der Arbeiterbewegung ist,
dass er den Interessen des Kleinbürgertums und dem Bündnis einer geringfügigen
Minderheit von verbürgerten Arbeitern mit "ihrer" Bourgeoisie
entspricht, einem Bündnis, das sich gegen die Interessen der Masse der
Proletarier, der Masse der Unterdrückten richtet.
Die
objektiven Verhältnisse am Ende des 19. Jahrhunderts brachten dem Opportunismus
einen besonderen Kraftzuwachs dadurch, dass sie die Ausnutzung der
bürgerlichen Legalität in einen Kniefall vor ihr verwandelten, dass sie eine
schmale Schicht von Bürokraten und Aristokraten der Arbeiterklasse entstehen
und viele kleinbürgerliche "Mitläufer" in die Reihen der sozialdemokratischen
Parteien eindringen ließen.
Der
Krieg beschleunigte die Entwicklung, indem er den Opportunismus zum
Sozialchauvinismus, das geheime Bündnis der Opportunisten mit der Bourgeoisie
zu einem offenen machte. Dazu kam noch, dass die Militärbehörden überall den
Belagerungszustand verhängten und der Masse der Arbeiter einen Maulkorb
anlegten, während die alten Arbeiterführer fast vollzählig ins Lager der
Bourgeoisie überliefen.
Die ökonomische Grundlage des Opportunismus
und des Sozialchauvinismus ist ein und dieselbe: die Interessen einer ganz
geringfügigen Schicht von privilegierten Arbeitern und Kleinbürgern, die ihre
privilegierte Stellung, ihr "Recht" auf Brocken vom Tische der
Bourgeoisie verteidigen, auf Brocken von den Profiten, die "ihre"
nationale Bourgeoisie durch die Ausplünderung fremder Nationen, durch die
Vorteile ihrer Großmachtstellung usw. einstreicht.
Der
ideologisch-politische Inhalt des Opportunismus und des Sozialchauvinismus ist
ein und derselbe: Zusammenarbeit der Klassen statt Klassenkampf, Verzicht auf
revolutionäre Kampfmittel, Unterstützung der "eigenen" Regierung in
einer für sie schwierigen Lage statt Ausnutzung dieser Schwierigkeiten für die
Revolution. Nimmt man alle europäischen Länder zusammen, fasst man nicht
einzelne (wenn auch noch so autoritative) Personen ins Auge, so wird sich
zeigen, dass gerade die opportunistische Strömung zum Hauptstützpfeiler
des Sozialchauvinismus geworden ist, während im Lager der Revolutionäre fast
überall ein mehr oder minder folgerichtiger Protest gegen ihn laut wird. Nimmt
man zum Beispiel die Gruppierung der Richtungen auf dem Stuttgarter Internationalen
Sozialistenkongress von 1907, so wird man sehen, dass der internationale
Marxismus gegen den Imperialismus, der internationale Opportunismus aber schon
damals für den Imperialismus war.
Einheit mit den Opportunisten heißt Bündnis der Arbeiter mit der "eigenen" nationalen Bourgeoisie und Spaltung der internationalen revolutionären Arbeiterklasse
In
der abgelaufenen Epoche, vor dem Kriege, galt der Opportunismus häufig zwar
als eine "Abweichung", als ein "Extrem", aber doch als ein
legitimer Bestandteil der sozialdemokratischen Partei. Der Krieg zeigte, dass
das in Zukunft unmöglich ist. Der Opportunismus ist "ausgereift", er
hat seine Rolle als Emissär der Bourgeoisie in der Arbeiterbewegung
ausgespielt. Die Einheit mit den Opportunisten ist zu einer einzigen Heuchelei
geworden, wie das Beispiel der deutschen Sozialdemokratie zeigt. In allen
wichtigen Fällen (zum Beispiel bei der Abstimmung vom 4. August) warten die
Opportunisten mit ihrem Ultimatum auf, das sie dann mit Hilfe ihrer
weitverzweigten Beziehungen zur Bourgeoisie ihrer Mehrheit in den
Gewerkschaftsleitungen usw. durchsetzen. Einheit mit den Opportunisten
bedeutet jetzt in der Praxis Unterwerfung der Arbeiterklasse unter die
"eigene" nationale Bourgeoisie, Bündnis mit dieser Bourgeoisie zur
Unterdrückung fremder Nationen und zum Kampf für die Großmachtprivilegien, also
Spaltung des revolutionären Proletariats aller Länder .
Wie
schwer der Kampf mit den in vielen Organisationen herrschenden Opportunisten in
einzelnen Fällen auch sein mag, welche verschiedenartige Formen der Prozess der
Reinigung der Arbeiterparteien von den Opportunisten in den einzelnen Ländern
auch annehmen mag, dieser Prozess ist unvermeidlich und fruchtbar Der reformistische
Sozialismus stirbt ab; der wiedererstehende Sozialismus "wird
revolutionär, intransigent und insurrektionell sein", wie sich der
französische Sozialist Paul Golay treffend ausgedrückt hat.
Kautsky.
die größte Autorität der II. Internationale, ist ein außordentlich typisches
und anschauliches Beispiel dafür, wie Anerkennung des Marxismus in Worten dazu geführt hat, ihn in
Wirklichkeit in "Struvismus" oder "Brentanoismus" zu verwandeln.
Wir sehen dies auch am Beispiel Plechanows. Mittels offenkundiger Sophismen
wird der Marxismus seiner lebendigen revolutionären Seele beraubt, man
akzeptiert vom Marxismus alles, ausgenommen die revolutionären
Kampfmittel, ihre Propagierung und Vorbereitung, die Erziehung der Massen gerade
in dieser Richtung. Kautsky "versöhnt" prinzipienlos den
Grundgedanken des Sozialchauvinismus, die Anerkennung der Vaterlandsverteidigung
in diesem Krieg, mit einer diplomatischen, scheinbaren Konzession an die
Linken in Form der Stimmenthaltung bei der Votierung der Kredite, der
Unterstreichung seiner oppositionellen Einstellung in Worten usw. Kautsky, der
im Jahre 1909 ein ganzes Buch über die herannahende Epoche der Revolutionen und
über den Zusammenhang von Krieg und Revolution schrieb, Kautsky, der im Jahre
1912 das Basler Manifest über die revolutionäre Ausnutzung des kommenden
Krieges unterzeichnete, rechtfertigt und beschönigt jetzt in allen Tonarten den
Sozialchauvinismus und schließt sich, gleich Plechanow, der Bourgeoisie an,
indem er jeden Gedanken an die Revolution, jeden Schritt zum unmittelbar revolutionären
Kampf verspottet.
Die
Arbeiterklasse kann ihre welthistorische revolutionäre Mission nicht erfüllen
ohne rücksichtslosen Kampf gegen dieses Renegatentum, die Charakterlosigkeit, diese
Liebedienerei vor dem Opportunismus und diese beispiellose theoretische
Verflachung des Marxismus. Das Kautskyanertum ist kein Zufall, sondern ein
soziales Produkt der Gegensätze in der II. Internationale, der Verbindung von
Treue zum Marxismus in Worten mit Unterwerfung unter den Opportunismus in
Taten. (...)
Der
Krieg hat zweifellos eine Krise schwerster Art heraufbeschworen und die Leiden
der Massen ungeheuerlich verschärft. Der reaktionäre Charakter dieses Krieges,
die unverschämte Lüge der Bourgeoisie aller Länder, die ihre Raubziele
unter dem Mäntelchen "nationaler" Ideologie versteckt - all dies
ruft auf dem Boden der objektiv revolutionären Situation unweigerlich revolutionäre
Stimmungen in den Massen hervor. Es ist unsere Pflicht, diese Stimmungen
bewusst zu machen, zu vertiefen und ihnen Gestalt zu geben. Diese Aufgabe
findet ihren richtigen Ausdruck nur in der Losung: Umwandlung des
imperialistischen Kriegs in den Bürgerkrieg, und jeder konsequente
Klassenkampf während des Krieges, jede ernsthaft durchgeführte Taktik von
"Massenaktionen" muss unvermeidlich dazu führen. Man kann nicht
wissen, ob eine starke revolutionäre Bewegung im Zusammenhang mit dem ersten
oder mit dem zweiten imperialistischen Krieg der Großmächte, ob sie während des
Krieges oder nach dem Kriege aufflammen wird, jedenfalls aber ist es unsere
unbedingte Pflicht, systematisch und
unentwegt in eben dieser Richtung zu wirken.
Das
Basler Manifest beruft sich ausdrücklich auf das Beispiel der Pariser Kommune,
d.h. auf das Beispiel der Umwandlung eines Krieges der Regierungen in den
Bürgerkrieg. Vor einem halben Jahrhundert war das Proletariat noch zu schwach,
die objektiven Voraussetzungen für den Sozialismus waren noch nicht herangereift,
an eine Koordinierung und ein Zusammenwirken der revolutionären Bewegungen in
allen kriegführenden Ländern war noch nicht zu denken, die Begeisterung eines
Teils der Pariser Arbeiter für die "nationale Ideologie" (für die
Tradition von 1792) war die von Marx schon damals vermerkte kleinbürgerliche
Schwäche, an der sie litten, und eine der Ursachen für das Scheitern der
Kommune. Ein halbes Jahrhundert später sind die Bedingungen, die die damalige
Revolution schwächten, in Wegfall gekommen, und heutzutage wäre es
unverzeihlich von einem Sozialisten, wollten sich abfinden mit dem Verzicht
darauf, eben im Geiste der Pariser Kommunarden zu handeln.
Bürgerliche
Zeitungen aller kriegführenden Länder haben Beispiele gebracht für die
Verbrüderung von Soldaten der kriegführenden Nationen sogar in den
Schützengräben. Die drakonischen Verbote, die von den Militärbehörden (in
Deutschland, in England) gegen solche Verbrüderungen erlassen wurden, haben
bewiesen, dass ihnen die Regierungen und die Bourgeoisie ernsthafte Bedeutung
beimaßen. Wenn trotz der unumschränkten Herrschaft des Opportunismus in den
leitenden Kreisen der sozialdemokratischen Parteien Westeuropas und trotz der
Unterstützung des Sozialchauvinismus durch die gesamte sozialdemokratische
Presse durch alle Autoritäten der II. Internationale Fälle von Verbrüderung
möglich waren, so zeigt uns das, dass man den gegenwärtige verbrecherischen,
reaktionären Sklavenhalterkrieg sehr wohl abkürzen und eine internationale
revolutionäre Bewegung organisieren könnte, wenn wenigstens die
Linkssozialisten aller kriegführenden Länder systematisch auf dieses Ziel
hinwirken würden.
Die
prominentesten Anarchisten der ganzen Welt haben sich in diesem Krieg nicht
weniger als die Opportunisten durch Sozialchauvinismus (im Geiste Plechanows
und Kautskys) beschmutzt. Eines der nützlichen Resultate dieses Krieges wird
unzweifelhaft darin bestehen, dass er den Opportunismus ebenso wie den Anarchismus
vernichten wird.
In
keinem Falle und unter keinen Umständen dürfen die sozialdemokratischen
Parteien darauf verzichten, selbst die geringste legale Möglichkeit zur
Organisierung der Massen und zur Propagierung des Sozialismus auszunutzen,
zugleich aber müssen sie mit der Anbetung der Legalität brechen. "Schießen
Sie gefälligst zuerst, meine Herren Bourgeois", schrieb Engels in
Anspielung auf den Bürgerkrieg und auf die Notwendigkeit, dass wir die Legalität
durchbrechen, nachdem sie von der Bourgeoisie durchbrochen worden ist.
Die Krise hat gezeigt, dass die Bourgeoisie in allen, selbst in den freiesten
Ländern die Legalität durchbricht und dass es unmöglich ist, die Massen zur
Revolution zu führen, ohne eine illegale Organisation für die Propagierung,
Erörterung, Einschätzung und Vorbereitung der revolutionären Kampfmittel zu
schaffen. In Deutschland zum Beispiel wird alles, was an Ehrlichem von
den Sozialisten getan wird, gegen den niederträchtigen Opportunismus und gegen
das heuchlerische "Kautskyanertum" getan, und zwar illegal. In
England wird man für gedruckte Aufrufe zur Verweigerung des Heeresdienstes ins
Zuchthaus geschickt.
Die
Ablehnung der illegalen Propagandamethoden und ihre Verhöhnung in der legalen
Presse als vereinbar zu betrachten mit der Zugehörigkeit zur
sozialdemokratischen Partei ist Verrat am Sozialismus.
Die
Verfechter des Sieges der eigenen Regierung im gegenwärtigen Krieg und die
Anhänger der Losung " Weder Sieg noch Niederlage" stehen
gleicherweise auf dem Standpunkt des Sozialchauvinismus. Die revolutionäre
Klasse kann in einem reaktionären Krieg nicht anders als die Niederlage der
eigenen Regierung wünschen, sie kann den Zusammenhang zwischen militärischen
Misserfolgen der Regierung und der Erleichterung ihrer Niederringung nicht
übersehen. Nur ein Bourgeois, der in dem Glauben lebt, dass der von den
Regierungen angezettelte Krieg unweigerlich auch als ein Krieg der Regierungen
enden werde, und der das auch wünscht, findet die Idee "lächerlich"
oder "widersinnig", dass die Sozialisten aller kriegführenden
Länder mit dem Wunsch nach der Niederlage aller ihrer
"eigenen" Regierungen auftreten sollen. Gerade ein solches Auftreten
würde dagegen den geheimen Wünschen jedes klassenbewussten Arbeiters entsprechen
und in der Linie unseres Handelns liegen, das auf Umwandlung des
imperialistischen Krieges in den Bürgerkrieg abzielt.
Zweifellos
hat die von einem Teil der englischen, deutschen und russischen Sozialisten
getriebene ernsthafte Agitation gegen den Krieg die "militärische
Kampfkraft" der betreffenden Regierungen "geschwächt", aber
diese Agitation war ein Verdienst dieser Sozialisten. Die Sozialisten müssen
den Massen klarmachen, dass es für sie keine Rettung gibt außer in der
revolutionären Niederwerfung der "eigenen" Regierungen und dass die
Schwierigkeiten dieser Regierungen im gegenwärtigen Krieg eben für diesen Zweck
ausgenutzt werden müssen.
Friedensfreundliche
Stimmung in den Massen ist häufig der Ausdruck dafür, dass Protest und Empörung
aufkommen und dass der reaktionäre Charakter des Krieges erkannt wird. Diese
Stimmung auszunutzen ist Pflicht aller Sozialdemokraten. Sie werde sich an
jeder Bewegung und an jeder Demonstration, die auf diesem Boden erwächst, aufs
leidenschaftlichste beteiligen, aber sie werden das Volk nicht betrügen, indem
sie den Gedanken zulassen, dass ohne eine revolutionäre Bewegung ein Frieden
ohne Annexionen, ohne Unterjochung von Nationen, ohne Raub, ohne den Keim neuer
Kriege zwischen den jetzigen Regierungen und herrschenden Klassen möglich sei.
Ein solcher Volksbetrug käme nur der Geheimdiplomatie der kriegführenden Regierungen
und ihren konterrevolutionären Plänen zugute. Wer einen dauerhaft und
demokratischen Frieden will, der muss für den Bürgerkrieg gegen die Regierungen
und die Bourgeoisie sein.
Vom Selbstbestimmungsrecht der Nationen
Das
verbreitetste Mittel der Bourgeoisie, das Volk im gegenwärtigen Krieg zu
betrügen, ist die Verschleierung der räuberischen Kriegsziele durch die
Ideologie der "Völkerbefreiung". Die Engländer versprechen Belgien,
die Deutschen Polen die Befreiung usw. In Wirklichkeit wird dieser Krieg, wie
wir gesehen haben, von den Unterdrückern der Mehrzahl der Nationen der Welt geführt,
um diese Unterdrückung zu festigen und zu erweitern.
Die
Sozialisten können ihr großes Ziel nicht erreichen, ohne gegen jede Art von
nationaler Unterdrückung zu kämpfen. Sie müssen daher unbedingt fordern, dass
die sozialdemokratischen Parteien der unterdrückenden Länder
(insbesondere der sog. "Groß"mächte) das Selbstbestimmungsrecht der unterdrückten
Nationen anerkennen und verfechten, und zwar ausdrücklich im politischen
Sinne des Wortes, d.h. als Recht auf politische Lostrennung. Ein Sozialist,
der einer großstaatlichen oder kolonienbeherrschenden Nation angehört und
dieses Recht nicht verteidigt, ist ein Chauvinist.
Die
Verteidigung dieses Rechts ist keineswegs ein Ansporn zur Bildung von
Kleinstaaten, sie führt im Gegenteil zu weit freierer , furchtloserer und daher
breiterer und allgemeinerer Bildung von Großstaaten und Staatenbünden, die für
die Masse von größerem Nutzen sind und der ökonomischen Entwicklung besser
entsprechen.
Die
Sozialisten der unterdrückten Nationen müssen ihrerseits unbedingt für
den völligen (auch organisatorischen) Zusammenschluss der Arbeiter der
unterdrückten und der unterdrückenden Nationen kämpfen. Die Idee der
rechtlichen Absonderung der Nationen voneinander (die sog.
"national-kulturelle Autonomie" Bauers und Renners) ist eine
reaktionäre Idee.
Der
Imperialismus ist die Epoche der fortschreitenden Unterdrückung der Nationen
der ganzen Welt durch eine Handvoll "Groß"mächte, und darum ist der
Kampf für die internationale sozialistische Revolution gegen den Imperialismus
unmöglich ohne Anerkennung des Selbstbestimmungsrechts der Nationen. "Ein
Volk, das andre unterdrückt, kann sich nicht selbst emanzipieren". (Marx und
Engels). Ein Proletariat, das sich auch nur mit dem kleinsten Gewaltakt
"seiner" Nation gegen andere Nationen abfindet, kann nicht
sozialistisch sein. (...)