Unser Wort

Mitteilungsblatt der ITO in deutscher Sprache

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Die Internationale Trotzkistische Opposition

Die Internationale Trotzkistische Opposition (ITO) wurde 1992 auf einer internationalen Konferenz in Florenz gegründet. Das Ziel, das die Teilnehmer der Konferenz vereinte, war der Wiederaufbau der IV.Internationale als verbindlicher Weltpartei der sozialistischen Revolution. Die ITO hat heute Mitstreiter in Italien, Großbritannien, Dänemark, der Ukraine, den USA, Deutschland und Indien. Sie arbeitet eng mit befreundeten Organisationen in Griechenland, Palästina, Spanien, Argentinien und anderen Staaten Lateinamerikas im Rahmen der "Bewegung für die Widergründung der IV.Internationale" zusammen.

Die ITO versteht sich als ein Instrument zum Wiederaufbau der IV. Internationale, die heute organisatorisch zersplittert und politisch degeneriert ist. Um dieses Ziel zu erreichen,

· beteiligen wir uns nach unseren Kräften an den täglichen Kämpfen der Arbeiterklasse in unseren Ländern und weltweit,

· intervenieren wir geduldig und konstruktiv in den internationalen Strömungen, die sich mit dem Trotzkismus identifizieren, um die IV.

Internationale organisatorisch wiederaufzubauen und politisch zu stärken,

· ermutigen wir die - in der Regel marginalisieren - Kräfte, die sich auf den Trotzkismus berufen, innerhalb der größeren Organisationen der Arbeitervorhut und in den linken Abspaltungen der großen Arbeiterparteien, die sich nach dem Zusammenbruch des Stalinismus gebildeten haben, zu intervenieren.

Unser Standpunkt

Die Hauptursache für Unterdrückung, Armut und Krieg ist der Kapitalismus. Ihn allein durch Reformen überwinden zu können, ist eine Illusion. Unser Ziel ist die Errichtung einer sozialistischen Gesellschaft, die auf einer geplanten Wirtschaft basiert und von frei gewählten Räten demokratisch kontrolliert wird. Die Macht der Wirtschaftsmonopole, Banken und Konzerne kann nur durch ihre Verstaatlichung gebrochen werden. Da der bürgerliche Staatsapparat von der Arbeiterklasse nicht einfach für ihre Zwecke übernommen werden kann, muss er durch ein Rätesystem ersetzt werden. Um diesem Ziel näher zu kommen, unterstützen wir heute alle Kämpfe und Aktivitäten, die der Selbstbefreiung und Emanzipation der großen Masse der Lohnabhängigen dienen. In Klassenkämpfen z.B. um Arbeitsplätze, höhere Löhne und finanzierbare Wohnungen versuchen wir, die gerechtfertigten Tagesinteressen der Arbeiterklasse mit einer sozialistischen Perspektive zu verbinden.

Elementarer Bestandteil sozialistischer Politik ist das Eintreten gegen jede Form der Unterdrückung, Ausbeutung, Diskriminierung und rassistischen Verfolgung. Der Kampf für die soziale und rechtliche Gleichstellung der Frauen gehört ebenso dazu, wie für das Selbstbestimmungsrecht unterdrückter Nationen und die Rechte sexueller Minderheiten. Gleiche und demokratische Rechte für alle, die hier leben, ist eine unverzichtbare Schlüsselforderung.

Im Kampf gegen die faschistische Bedrohung vertrauen wir nicht auf Polizei und Justiz sondern streben die Selbstverteidigung der Betroffenen an. Gewerkschaften, sozialdemokratische, sozialistische und kommunistische Parteien, Emigrantenvereine und antifaschistische Gruppen müssen den Widerstand gegen Nazibanden, Antisemitismus und staatlichen Rassismus organisieren.

Da ohne den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen der Menschheit der Sozialismus eine Illusion sein wird, ist für uns auch die ökologische Frage eine Klassenfrage.

Im Kampf gegen die Kriegsgefahr vertrauen wir nicht auf die internationale Diplomatie oder die UNO, die ein Zusammenschluss kapitalistischer Staaten unter Führung des US-Imperialismus ist. Wir unterstützen alle Aktivitäten der Werktätigen gegen Hochrüstung und weltweite Kampfeinsätze. Die NATO als Hort der imperialistischen Aggression muss ebenso aufgelöst werden, wie die WEU. Im Kriegsfall wie im Frieden gilt für uns die Losung Karl Liebknechts: Der Hauptfeind steht im eigenen Land!

Wir unterstützen die Kämpfe der Völker des Trikont gegen Imperialismus und neokolonialistische Ausbeutung. Während wir die entschiedensten Verteidiger jeglicher demokratischer Grundrechte sind, halten wir den Kampf um Zwischenetappen auf dem Weg zum Sozialismus, wie "antimonopolistische" oder "demokratische" Republiken für eine gefährliche Illusion, da das Bürgertum in diesen Ländern viel zu schwach ist, um eine eigenständige bürgerlich-demokratische Entwicklung zu erkämpfen. Die nationalen und demokratischen Ziele in diesen Ländern sind nur unter der Führung der Arbeiterklasse im Kampf für den Sozialismus lösbar.

In der Sowjetunion, der DDR und anderen nichtkapitalistischen Staaten wurden wertvolle Erfahrungen für zukünftige sozialistische Entwicklungen gemacht. Trotz großer sozialer und wirtschaftlicher Errungenschaften waren und sind die nichtkapitalistischen Staaten in Osteuropa, Asien und auf Cuba keine sozialistischen Staaten sondern degenerierte Arbeiterstaaten. Rückständigkeit, Isolation und imperialistische Umzingelung förderte die bürokratische Entartung der Sowjetunion und die Entstehung des Stalinismus, dessen Verbrechen der sozialistischen Idee unermesslichen Schaden zugefügt haben.

Wir treten für theoretische Klarheit - für die Verteidigung und Weiterentwicklung des Marxismus - ein. Der wissenschaftliche Sozialismus in der Tradition von Karl Marx, Friedrich Engels, W .I. Lenin, Rosa Luxemburg und Leo Trotzki ist für uns nicht nur ein Werkzeug zum Verständnis der Welt, sondern in erster Linie eine Handlungsanleitung zu ihrer Veränderung.

Da die spontanen Kämpfe der Ausgebeuteten und Erniedrigten nicht ausreichen, um Kapitalismus und Imperialismus zu überwinden, ist eine theoretisch geschulte und durch die Praxis bestätigte Führung nötig. Eine sozialistische Arbeiterpartei ist kein Selbstzweck, sondern das unverzichtbare Werkzeug zum Sturz des Kapitalismus.

Den Eintritt sozialistischer Parteien in bürgerliche Regierungen lehnen wir strikt ab. Arbeiterparteien müssen ihre Klassenautonomie bewahren, wenn sie ihre Glaubwürdigkeit behalten wollen. Das bürgerliche Parlament kann für Marxisten lediglich eine Tribüne des Klassenkampfes sein. Stattdessen streben wir die außerparlamentarischen Mobilisierung und Selbstorganisation der Werktätigen und der Jugend an.

Da der Kapitalismus im Weltsystem besteht, muss auch der Widerstand international organisiert sein. So, wie der Sozialismus nicht in einem einzigen Land aufgebaut werden kann, kann eine gesunde revolutionäre Organisation nicht in nationaler Isolation entstehen. Daher haben wir uns in der Internationalen Trotzkistischen Opposition organisiert und streben den Wiederaufbau der IV. Internationale als Weltpartei der sozialistischen Revolution an.

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